Schreck in der Abendstunde oder “Die vergessene Rute”

Sonntag, 22. Oktober 2006, 21:45 Uhr.

Ein schöner Angeltag am Weißen Regen beim Toni ist vorüber. Ich liege in meinem Bett und lasse den Tag noch einmal Revue passieren. Heute habe ich mit meiner 2/3er RST-M1 und der SteelFin-XF1-Rolle gefischt und bin am überlegen, ob ich sie auch morgen wieder nehmen will oder ob ich eine Klasse stärker einsetze. Plötzlich schießt es mir in den Magen und ich bin schlagartig wieder hell wach. Sehe ich doch vor meinem geistigen Auge meine Rute und Rolle angelehnt an einer Hecke neben dem Parkplatz des Sportvereins Bad Kötzting stehen, wo ich den ganzen Tag meinen Wagen abgestellt hatte. Keine Erinnerung, dass ich sie auseinander genommen und in den Kofferraum verstaut habe. Ergo ... vergessen!!! Licht an und raus aus dem Bett. Meine bessere Hälfte wird wach und brummelt ...was ist denn los? Kurze Erklärung beim Anziehen, Schuhe an, Autoschlüssel geschnappt und an’s Auto gespurtet. Zum Glück sind es nur ca. drei Kilometer bis zum Sportplatz.

Nicht ausgeschlossen, dass ich die Geschwindigkeitsbegrenzung hier und da ein klein wenig überschritten habe. Der Parkplatz ist erreicht und ich sehe im Scheinwerferlicht, so auf ca. 50 Meter, einen leichten Lichtreflex in der bewussten Hecke. Drei Sekunden später ist es Gewissheit, das gute Stück steht noch an seinem Platz.

Ich höre den Stein der Erleichterung ins Wasser plumpsen, schnappe mir mein Rütchen und fahre gemütlich (wegen der Geschwindigkeitsverrechnung +/-) zurück zum Toni.

Autsch, ging gerade noch einmal gut. Irgendwie kann ich mich noch dunkel an einen Spruch der „besten Ehefrau von allen“ erinnern, der sinngemäß „ja, ja, das Alter“ gelautet haben könnte. Na ja, ich hab’s verdrängt.