Der Regen bei Chamerau

Neue Fliegenfischerstrecke des Landhotels Schwalbenhof


7. Mai - 14. Mai 2011

 

Das Landhotel Schwalbenhof - schön gelegen mit Blick auf den Regen

Seit dem letzten Jahr bereichert eine neue Fliegenfischerstrecke den Bayerischen Wald. Die Familie Treml, Eigentümer des Landhotels Schwalbenhof in Chamerau, konnte 2010 ein wunderschönes Stück Regen pachten, das die letzten 60 Jahre in Privathand war und so gut wie nicht befischt wurde. Es handelt sich um eine ca. 2,3 km lange, sehr abwechselungsreiche Strecke in schöner Natur.

Zwischen den beiden Pfeilen liegt die Fliegenfischerstrecke der Familie Treml

Die obere Fischwassergrenze - Das Schild steht vor der Kirchenmauer

Die obere Grenze

Mit geringen Ausnahmen ist die ganze Strecke gut bewatbar. Der Untergrund ist kiesig und es gibt nur wenige “Stolpersteine”. Die letzten ca. 300 m bis zur Grenze sind nicht mehr bewatbar da stark verblockt, zu schnell oder zu tief. Aber auch dieser Bereich ist zum größten Teil vom Ufer aus befischbar.

Harald, der Sohn des Hauses, beim “Fliegenbaden”                                                                     Photo: H. Konrad

Der Regen hatte ca. 20 cm weniger Wasser als normal und war glasklar. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Nicht umsonst findet man dort ein sehr vielfältiges Insektenaufkommen. Allein fünf verschiedene Steinfliegenarten fühlen sich zuhause sowie unzählige Köcherfliegen- und Eintagsfliegenarten. Trotz der vielen “Flattermänner” ernähren sich die Fische um diese Jahreszeit jedoch eher in der unteren Etage. Was jedoch nicht heißt, dass keine Fische steigen; man muss eben nur zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein.

Der gepflegte Stadtbereich - Hier patrouillieren dicke Döbel am Ufer - von seiner erhöhten Position ist der Angler jedoch leicht von den Fischen auszumachen.

Blick auf die große Steingruppe - Ein interessanter Bereich

So ist es mir einmal geglückt gegen 19:00 Uhr, innerhalb einer Viertelstunde, unter der Brücke drei Döbel auf eine große Rehhaarsedge zu erwischen. Was mich an diesem Wasser besonders fasziniert hat war die Artenvielfalt, die man auf Fliege fangen kann.

Eine der kämpferischen Bachforellen

Besagte Steingruppe - eine interessante Stelle

Der an die Steingruppe anschließende Abschnitt - nicht weniger interessant

Schön gefärbte Bachforelle

So ist es mir gelungen acht verschiedene Fischarten mit der Fliege zu fangen (Bachforelle, Regenbogenforelle, Seeforelle, Döbel, Aland, Rapfen, Hasel und Brachse). Jeder Fischer, der an ein neues Gewässer fährt erwartet natürlich auch Fische zu fangen. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht und Buch über meine Fänge geführt aber im Schnitt 7-8 Fische waren es sicherlich jeden Tag.

Blick von der Brücke flussaufwärts - dieser Bereich ist komplett bewatbar - entlang des rechten Ufers befinden sich die erwähnten eingebrochenen Bieberbauten

Eine gute Parkmöglichkeit - den  Bereich der Wiese sollte man allerdings nur befahren nachdem sie gemäht wurde. Meine Wenigkeit bei der täglichen Pflichtübung des Umziehens.                                         Photo: H. Konrad

Die Bachforellen sind schön gefärbt, kampfstark und in guter Kondition. Die kampfkräftigen Döbel sind eine Bereicherung der fangbaren Palette. Das Gewicht lag im Schnitt bei ca. 2-3 Pfund. Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück. Sonnenschein, bis 27 Grad warm und nur donnerstags hat es ein bisschen gewittert. Ungefähr in der Hälfte der Strecke ist eine breite Brücke unter der es sich gut parken lässt.

Dieser Abschnitt wirkt wie eine Parkanlage. Im klaren Wasser ist gut der Kiesuntergrund sichtbar.

Eine gute Bachforelle - Die Fische sind richtige Kämpfer in der starken Strömung

Die erste Rausche auf dem Weg zur unteren Grenze - hier ist meinem Freund eine gewaltige Regenbognerin auf Nymphe ausgestiegen

Der große Gumpen unterhalb der Rausche. Dieser Platz ist mit Sicherheit für manche Überraschungen gut. Mir bescherte er einen dicken Döbel von ca. 4 Pfund

Speziell bei Regenwetter bietet es sich an dort die Watbekleidung zu wechseln. Die komplette Strecke ist beidseitig gut begehbar. Auf der einen Seite ist ein Radweg und auf der anderen Seite sind Wiesen. Hier sind oberhalb der Brücke einige eingebrochene Bieberbauten mit tiefen Löchern, auf die man achten muss. Die Anzahl der paddelnden Gilde hielt sich in Grenzen. So befuhren innerhalb dieser Woche etwa 7-8 Kanus den Fluss. Die Wassertemperatur bewegte sich so im Schnitt bei 14-15 Grad. Soviel zur Strecke.

Ein dicker Brocken

Ein guter Platz für dicke Döbel

Und noch ein schöner Döbel

Libellenschlupf - im unteren Bereich des Bildes ist ein Teil der Exuvie zu erkennen

Die zweite Rieselstrecke - ein guter Platz für Rapfen

Ein Rapfen von 59 cm aus dieser Strecke

Eine der großen Steinfliegen, die hier noch häufig anzutreffen sind

Ab hier sollte man die Waterei unterlassen. Das linke Ufer ist stark verblockt. Auf der rechten Seite lässt sich das Ufer gut begehen, bzw. dicht am Rand bewaten.

Eine der vielen “Yellow Sally’s”

Die Unterkunft im Landhotel Schwalbenhof war ausgezeichnet, wir fühlten uns dort sehr wohl. Auch wurde für unser leibliches Wohl bestens gesorgt. Am Ankunftstag wurde uns die komplette Strecke durch Harald, den Sohn des Hauses gezeigt. Er zeichnet verantwortlich für alles was mit der Fliegenfischerei zu tun hat und ist sehr rührig um seine Fliegenfischer bemüht. Eine Tageskarte kostet 20 € und die Wochenkarte 100 €.

Die untere Grenze des Fischwassers Treml

 

Eines ist jedenfalls sicher, hier war ich nicht das letze Mal.