Auf Meerforellen an Südschwedens Ostseeküste April 2009


von Gerold (Gerry) Clasen

Samstag, 28. März 2009, 09:45 Uhr. Gut gefrühstückt, das Auto voll beladen, machen sich meine bessere Hälfte und ich wieder auf den Weg nach Schweden. Es regnet fast ununterbrochen bis zu unserem vorgesehenen Zwischenstopp in Lütjensee, in der Nähe von Hamburg. Dort haben wir im Hotel-Restaurant Schleushörn ein Doppelzimmer mit Dusche schon vor Wochen gebucht. Müde und froh, dass wir endlich angekommen sind, müssen wir feststellen, dass man uns in ein anderes Zimmer mit Etagendusche/WC umquartiert hat ohne uns rechtzeitig darüber zu informieren. Da ich solche Überraschungen nicht liebe, hat man uns dort zum letzten Mal gesehen. Im gleichen Ort finden wir dann ein anderes Hotel ( Landhaus Schäfer ) in dem wir freundlich aufgenommen werden. Übrigens gibt es dort ein phantastisches Rumpsteak.

Am Sonntag geht es wie immer weiter über Flensburg und ab Kolding (DK) über die E 20 quer durch Dänemark über die Große-Belt-Brücke  und dann über die Öresund-Brücke von Kopenhagen nach Malmö. Unterwegs bessert sich das Wetter zusehends. In Schweden erfahren wir, dass für die nächsten Tage schönes Wetter angekündigt ist. Was will man mehr! Da es verkehrstechnisch prima läuft, sind wir bereits gegen 15:30 Uhr in Vånga.

Am Montag wird das Erforderliche für die kommende Woche eingekauft und nachmittags verbrennen wir noch den Riesenhaufen Äste, der sich im letzten Jahr auf unserem Gelände angesammelt hat. Danach wird noch das Boot startklar gemacht und die Angelutensilien gerichtet. Jetzt kann’s losgehen.

Dienstag, 31.03.09: Gegen 10:30 Uhr bin ich in Landön am Hafen. Das Wetter ist ok, sonnig, bewölkt und ein kräftiger Südwestwind. Ich bringe das Boot ins Wasser und rudere an meinen Bootsplatz, den ich mir für drei Wochen gemietet habe. Als gebranntes Kind (siehe Bericht aus 2007 ) räume ich erst gar nichts ins Boot sondern probiere gleich aus, ob der Motor anspringt. Als hätte ich es geahnt, weder mit dem Elektrostarter noch per Hand kann ich ihn überreden anzuspringen. Er gibt keinen „Pieps“ von sich. Was bleibt mir also anderes übrig, wieder aufgeladen und zu meinem bevorzugten Boots- und Motorreparateur, Alf. Dabei fällt mir auf, dass die Beleuchtung des Trailers nicht mehr komplett funktioniert. Nachdem ich eine Weile herum gesucht habe, stelle ich fest, dass sich an einem Stecker gleich drei Kabel  gelöst haben. Sieben Belegungsplätze, fünf Kabel und keinen Belegungsplan. Prost Mahlzeit! Bei Alf ( Motor & Marin ) klärt sich alles schnell auf. Am Motor hat eine Sicherung den Geist aufgegeben und ist schnell ersetzt (für Reserve ist jetzt auch gesorgt). Die Belegung des Steckers macht schon ein bisschen mehr Probleme da sich diese und die Kabelfarbe zwischenzeitlich geändert haben. Aber Alf ruft beim Hersteller (Fogelsta) an und erhält sofort die gewünschte Information. Drei Minuten später funktioniert auch die Elektrik wieder.

Gegen 14:30 Uhr bin ich dann endlich auf dem Wasser und erwische kurz nach 16 Uhr meine erste Meerforelle von 52 cm und 1,2 kg. auf meinen bewährten Eigenbaublinker. Die Wassertemperatur liegt bei 6 Grad und die Außentemperatur bei 12 Grad.

Die erste für dieses Jahr

Der Fangplatz

 

Mittwoch, 01.04.09: Es ist sonnig und leicht bewölkt aber leider windstill bis gegen 14:00 Uhr. Da ist nichts zu machen; falls sich überhaupt welche in den Flachwasserbereichen aufhalten sind sie zu vorsichtig um zu beißen.

So schön es auch aussieht  .....

..... Fische bringt es leider keine

Ich fahre ein paar Kilometer weit aus dem Schärengarten auf die freie Ostsee um mein Glück auf Dorsch zu versuchen, aber diese Brüder haben auch keine Lust. Dann setzt ein leichter Südwestwind ein und kurz nach 14 Uhr kann ich mit der Fliegenrute (auf eine kleine orangene Springerfliege) eine Mefo (Rogner) von 60 cm und 2 kg fangen. Gegen 15:30 Uhr erwische ich eine weitere Forelle auf den Eigenbaublinker von 60 cm und einem geschätzten Gewicht von 2,2 kg. Dieses Mal handelt es sich um einen gefärbten Milchner, den ich wieder zurück setze. Eine Weile später bekomme ich noch einen Biss auf Fliege, der Fisch bleibt jedoch nicht hängen.

Donnerstag, 02.04.09: Wieder BHS-Wetter (Blauer Himmel Sonnenschein) und ab 12:00 Uhr Süd-Südwestwind. Heute fahre ich zum ersten Mal zu den Inseln im östlichen Bereich des Schärengartens. Aus der Nähe kann man einige sehr vielversprechende Plätze erkennen.

Vielversprechende Plätze

Es dauert auch nicht lange bis ich die erste Meerforelle auf Fliege (General Practitioner (GP))  festmachen kann. Leider steigt mir der ca. 2 kg schwere Fisch nach etwa einer Minute wieder aus. Für den Rest des Tages habe ich noch 7-8 Nachläufer und ein paar zaghafte Zupfer. Die Fische sind neugierig aber auch sehr misstrauisch. Ich vermute es liegt an dem klaren Wasser.

Freitag, 03.04.09: BHS-Wetter; 15 Grad Lufttemperatur. Es geht ein flauer Südwestwind, der zwischen 14 – 16 Uhr etwas stärker wird. Obwohl ich fast alle interessanten Stellen abfahre erhalte ich keinen Kontakt; es gibt auch keine Nachläufer.

Samstag, 04.04.09: BHS-Wetter, 15 Grad Lufttemperatur. Ab 12 Uhr weht ein leichter Südwest und kurz danach kann ich im äußeren westlichen Bereich des Schärengartens eine ca. 3-pfündige Forelle auf GP haken, aber auch diesen Fisch verliere ich wieder nach etwa einer Minute. Am Ufer und im Wasser kann ich 6 Kollegen in Wathosen  beobachten, die z.T. blinkern oder mit der Fliege fischen; aber auch dort wird nichts gefangen.

Ein einsamer Kollege am Ufer

Leopardengrund, sicherlich ideal bei Wind

Ich verlege wieder in den mittleren Schärenbereich. Da zwischenzeitlich ein idealer Wind aus Südwest weht fahre ich an eine Stelle, die ich vorher noch nie befischt habe und die vielversprechend aussieht. Nur ein paar Versuche mit dem Eigenbau und ich spüre einen harten Biss. Eine wunderschöne blanke Forelle springt mehrfach aus dem Wasser und es dauert einige Minuten bis ich den Fisch in meinen großen Kescher führen kann. Die Digitalwaage zeigt ein Gewicht von 4,3 kg bei einer Länge von 72 cm. Ein herrlicher Fisch und meine bisher schwerste Mefo.

Ein herrlicher Silberbarren, den mir ein Freund zuhause fachgerecht räuchert

Kurze Zeit später, gegen 15:30 Uhr sehe ich einen Nachläufer, der jedoch ein paar Meter vor dem Boot wieder abdreht. Auch die nächsten Würfe werden ignoriert. Ich lasse mich ein Stück an der Insel vorbei treiben aber es gibt keinen weiteren Interessenten. Also wieder zurück zum Anfang der Insel. Es steigt die Spannung, als ich die Stelle erreiche, wo ich vorher den Nachläufer hatte. Und tatsächlich beißt der Fisch. Und hier zeigt sich, dass es sich gelohnt hat, eine Fliege als Beifänger  zu montieren, die wurde ihr jetzt nämlich zum Verhängnis. Sie wiegt 2,2 kg bei einer Länge von 65 cm.

Sonntag, 05.04.09: Heute überlasse ich das Revier den Kollegen, die nur sonntags fischen können und wir erledigen die Einkäufe für die kommende Woche und besuchen einen Freund.

Montag, 06.04.09:  Immer noch BHS-Wetter, 15 Grad Lufttemperatur. Idealer Südwestwind. Gegen 11:55 Uhr erwische mit der Fliegenrute auf den Springer eine Mefo  mit 58 cm und einem Gewicht von 2,1 kg. Leider erreicht uns heute ein Anruf aus Deutschland, der uns veranlasst, vorzeitig den Urlaub abzubrechen.

 

Unten Meerforellen und oben Schwanenmännchen mit Imponiergehabe