Mechthild - 3. Fliegenfischertreffen in Hamm - 12./13.11.2005

Mechthild geht’s an den Kragen

 

Samstag, der 12. November 2005; blauer Himmel, Sonnenschein. Ich befinde mich auf dem Weg nach Hamm in Nord-Rhein-Germanien. Mit mir im Fahrzeug ist die Tussi von Navigon, die, auf die Fahrtstrecke bezogen, immer alles besser weiß. So schickt sie mich bereits kurz nach Alzey nicht wie erwartet auf die A 61 Richtung Koblenz, sondern will, dass ich Richtung Mainz fahre. Gefällt mir aber nicht und ich biege auf die A 61 ab, mit dem Ergebnis, dass sich meine Fahrtstrecke schlagartig auf über 30 km erhöht hat. Kaum auf der A 61 kommt schon eine Abfahrt. Also runter und wieder zurück und auf die Tussi gehört. Die scheucht mich nun über den Rhein, mitten durch Wiesbaden und sicherlich 150 km durch die Pampa, bis ich auf den letzten 100 Kilometern wieder auf einer Autobahn lande. Das Hotel in Hamm ist schnell gefunden und ich haue mich noch ein bisschen auf’s Ohr; man ist ja nicht mehr der Jüngste und es steht eine lange Nacht an. Im Hotel „Hammer Brunnen“ sind noch mehr Gleichgesinnte abgestiegen, von denen ich die meisten kenne. Gegen 15:30 Uhr werden wir von einem netten Hammer Kollegen abgeholt und zum Brauhof Wilshaus chauffiert.

 

So gegen 16:00 Uhr sind die meisten Angelkameraden eingetroffen, von denen ich schon etliche vom „Elfriede-Treffen anno 2003“ kenne. Waren wir dort noch 27 Teilnehmer, hat sich in diesem Jahr die Zahl verdoppelt.

Das ist aber nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, welche Mühe sich der Ausrichter, Thomas Mühlhause, mit dieser Veranstaltung macht und die gigantische Tombola trägt sicherlich mit dazu bei. Da der Star des Abends „Mechthild“ für etwa 18:30 Uhr angekündigt ist, bleibt noch etwas Zeit neue Kollegen, von denen man zwar schon einige aus dem Forum kennt, persönlich kennen zu lernen.

Nun wird die Veranstaltung von Thomas offiziell eröffnet, die Teilnehmer begrüßt und die Tombolalose verteilt. Da noch genug Zeit ist beginnt Thomas mit dem ersten Teil der Tombola.

Wahnsinn, was er wieder aufgetrieben hat. Erlaubniskarten für Spitzengewässer in Deutschland und in Österreich, Fliegenwesten, Fliegenschnüre, Rollen, Watschuhe, Bücher und nicht zuletzt wunderschöne Fliegenruten. Beim Entgegennehmen der Preise stellt sich jeder Gewinner kurz vor; so bekommt manch bekannter Nickname nun auch ein Gesicht.

Hardy freut sich über seine neue Rute

Von Gebhard Lair aus Salzburg, seines Zeichens Wurfcontestbeauftragter für diese Veranstaltung, werden das Wettbewerbsgerät und die Bedingungen für den am Sonntagmorgen geplanten Wurfwettbewerb vorgestellt. Lukas Friedel (Nick: Planseefischer) aus Reutte, hat aus einem massiven Kiefernrundholz (14 mm Durchmesser und 182 cm Länge) ein hinterhältiges Wurfgerät gebastelt, mit dem am nächsten Morgen ein Zielwerfen veranstaltet werden soll.


Gebhard erklärt die Regeln

Jetzt ist es aber endlich so weit und „Mechthild“, mit einem Schlachtgewicht von ca. 68 kg, wird serviert und bis auf einen kleinen Rest verputzt. Es schmeckt wie immer, einfach großartig.

Das Essen hat sich noch nicht richtig gesetzt und schon geht’s mit der Tombola weiter. Als die Nummer 43 gezogen wird habe ich mal wieder das Glück eine Rute zu gewinnen. Es handelt sich um eine 4-teilige Sportex Diamond Fly FL 2747 der Klasse 7/8, die gut in die Sammlung passt.

Nach der Tombola zeigt uns Mario Malarczuk (www.marios-fliegendose.de) ein selbst gedrehtes Video über Salzwasserfliegenfischen vor Sardinien, das allgemeinen Anklang findet.

Um Thomas, unserem Veranstalter, eine kleine Freude für seine Mühen zu machen haben wir alle zusammengelegt und Gebhard überreicht ihm einen Gutschein, der gegen Fliegenfischerequipment eingetauscht werden kann. Ich glaube, ich habe bei Thomas ein paar Tränchen der Rührung gesehen.

Thomas freut sich über seinen Gutschein

Standing ovations für Thomas

Jetzt wird noch ein bisschen geklönt und noch ein paar Bierchen vernichtet und gegen 01:00 Uhr lasse ich mich mit noch ein paar Gleichgesinnten von einem Taxifahrer, der sich vielleicht in der Ukraine aber sicher nicht in Hamm auskennt, unter unserer Anleitung nach Hause fahren.

 

Der Wurfcontest

Der Sonntagmorgen beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück; steht doch noch der Wurfcontest an. Im Konvoi fahren wir dann zu den Lippewiesen. Nach ein paar Irrungen über gesperrte Wege finden wir endlich das richtige Stück. Leider hat sich das Wetter verschlechtert und es nieselt so still vor sich hin. Die gute Laune lassen sich die 30 Teilnehmer dadurch jedoch nicht nehmen. Überall sieht man kleine Grüppchen stehen, die die diversen vorhandenen Ruten ausprobieren.

Auch das „Planseefischersche Kiefernhölzchen“ liegt zum Training bereit. Die erste Zielscheibe lässt sich nach etwas Übung noch halbwegs treffen, die beiden anderen sind schon deutlich schwieriger, kein Wunder, bei der Aktion des Kiefernprügels.

Dirk beim Zielwerfen

Kurze Zeit später wird durch Gebhard der Contest eröffnet. Es bilden sich zwei Gruppen, die Weitenjäger und die Zielwerfer. Ich versuche mein Glück zuerst beim Weitwerfen, hatte ich den Zielprügel doch noch in unangenehmer Erinnerung. Zum Weitwerfen benutzen wir eine 4er Elnetti Stratocaster. Gezählt und gemessen wird die Weite über 15 Meter. Jeder hat 3 Versuche, der weiteste zählt. So werden bei mir 4,40 Meter gutgeschrieben. Etwas hinderlich beim Wurf ist die Fliege, eine für diese Klasse etwas zu dick geratene „Biene Maja“, die von Wolfgang extra für diese Wurfübung “erbunden” wurde, um die Sache nicht zu einfach zu gestalten. Unter normalen Bedingungen kann ja jeder werfen.

Leunersen beim Weitwerfen

Ich schlendere nun zu den drei Zielscheiben und beobachte meine Kollegen bei ihren Zielübungen.

 

Ohne große Hoffnung schnappe ich mir das „Spezialrütchen“ und mache ein paar Probewürfe auf die erste Scheibe, die wider Erwarten ganz gut ausfallen. Ich melde mich zu dem ersten zählenden Wurf an. Jetzt gilt es! Erster Versuch …. Treffer …. drei Punkte. Ein paar Übungen an der 2. Scheibe … erster Versuch … Treffer … wieder drei Punkte. Nun geht es an die letzte Scheibe und es klappt doch tatsächlich wieder auf Anhieb, ich glaub’s nicht. Neun von neun, da kann man zufrieden sein. Nachdem alle Teilnehmer beide Übungen absolviert haben ermittelt Gebhard die Sieger.

 

Das Spezialrütchen und eine Flasche Dimple wechseln den Besitzer

Stuart nimmt seinen Preis entgegen

Die Reihenfolge beim Weitwurf: Mathias 5,9 m; Olaf Kurth 5,5 m; Michael Pohl 5,3 m.

Die Reihenfolge beim Zielwerfen: Stuart und ich mit jeweils 9 Punkten und unser Organisator, Thomas Mühlhause mit 8 Punkten.

In der Gesamtwertung ermittelt Gebhard meine Wenigkeit als Sieger, was mir eine Flasche Dimple und das filigrane Kiefernholzrütchen einbringt. Aber damit nicht genug, muss ich noch die Verpflichtung eingehen mit diesem Teil einen Fisch zu fangen und das Ganze auch noch zu dokumentieren. Aber das wird wohl eine andere Geschichte werden.

Unter großem „Hallo“ verabschieden sich die Teilnehmer voneinander und treten ihren z. T. doch ziemlich weiten Rückweg an.

Zum Schluss möchte ich noch einmal meinen ganz besonderen Dank an unseren Superorganisator Thomas richten, mit der gleichzeitigen Bitte, auch im nächsten Jahr wieder ein Treffen zu organisieren.