Isar bei Lenggries


11. Juli - 18. Juli 2010

Durch einen Fliegenfischerfreund wurde ich auf diese Strecke (ca. 13-14 km – bewirtschaftet durch den Fischereiverein Lengries [ http://www.fischereiverein-lenggries.de/ ]) aufmerksam gemacht. Bilder, die er mir zugemailt hatte und andere, die ich im Internet gefunden habe sowie zwei Berichte über diese Strecke haben mir die „Nase lang gemacht“; das Ganze sah vielversprechend aus. Einen kleinen Dämpfer bekam ich jedoch schon gleich am Anfang als ich erfuhr, dass durch ein gewaltiges Hochwasser im Juni dieses Jahres ca. 40 - 50 % des Fischbestandes flussabwärts verschwunden sind. Man hatte sogar in Betracht gezogen, die Strecke für eine bestimmte Zeit für Gastangler zu sperren, da man nicht den guten Ruf des Gewässers auf’s Spiel setzen wollte. Fische gefangen habe ich trotzdem. Auf ein paar mehr oder weniger kam es mir dabei nicht an; das Gewässer und die herrliche Natur sind schon allein ein Besuch wert. Zwischenzeitlich haben auch schon wieder Besatzmaßnahmen stattgefunden.

Begleitet hat mich wie immer meine bessere Hälfte. Im Gästehaus „Landerermühle“, Lengries, Leger 2 waren wir bestens untergebracht. [ http://www.landerermuehle.de ]

Das Ziel dieses Berichtes soll sein, Fliegenfischern, die noch nie an diesem Abschnitt der Isar gefischt haben, die Suche nach den guten Plätzen zu erleichtern.

Ich beginne in chronologischer Reihenfolge von der oberen bis zur unteren Fischereigrenze und verwende dabei, soweit möglich, die von den Fischern gebräuchlichen Ortsbezeichnungen.

 

Parkplatz Steinbock

Die obere Grenze

Hier steht ein Denkmal eines in Stein gehauenen Steinbockes. Der Parkplatz liegt, von Lenggries aus gesehen, auf der rechten Seite der B 13, ungefähr 4 km unterhalb des Sylvensteinstausees. Etwa in der Mitte dieses Parkplatzes geht ein steiler Pfad zur Isar hinab. Nach gut 100 m ist man am Wasser. Die Grenze verläuft etwa in gerader Linie, vom Steinbock aus gesehen. Diesen Abschnitt habe ich nicht befischt.

 

 

Waldparkplatz

Blick in Richtung Straße

Der Parkplatz liegt, von Lenggries aus gesehen auf der rechten Seite, kurz hinter dem Kilometer 17,5. Schön langsam machen, man ist schnell vorbei gefahren. Man muss einen Radweg kreuzen um auf den Parkplatz zu kommen.

Hier bieten sich einem nun zwei Möglichkeiten: 10 Minuten stramm flussaufwärts laufen. Dort ist ein schöner Äschenzug wo auf der gegenüberliegenden Seite Bäume im Wasser liegen. Danach kommt ein großer, tiefer und langgezogener Pool. Die andere Möglichkeit ist ca. 3 Minuten  flussabwärts wo man die Isar durchwaten kann (nur für geübte Water zu empfehlen; der Wasserdruck ist selbst bei nur Kniehöhe ziemlich stark. Ich war froh als ich auf der anderen Seite war und erst recht als ich wieder den Rückweg geschafft hatte. ) Ist man nun auf der anderen Seite, kann man einen schönen, längeren Abschitt  befischen. Die tiefen Züge befinden sich in diesem Abschnitt auf der Straßenseite. Mein Fischerfreund Robert konnte in relativ kurzer Zeit vier Regenbogner mit dem Streamer überlisten, wovon die größte bei ca. 53 cm ein Gewicht von gut drei Pfund hatte. Leider habe ich erst am letzten Angeltag herausgefunden, dass man ca. 300 m weiter unten ganz bequem den Fluss überqueren kann, allerdings nur mit Wathose.

 

Robert und Siggi

 

 

äschenverdächtig

 

meine erste Isar-Äsche

großer Pool im oberen Bereich der Strecke

nach einem warmen Gewitterregen

 

Sägewerk oder Gasthof Gassler

 

 

Auch hier ist man schnell vorbei gefahren. Aus Lenggries kommend liegt der Gasthof Gassler viel zu weit von der Stelle entfernt wo der Weg an die Isar geht um sich daran zu orientieren und das Sägewerk (auf der linken Straßenseite) ist von der Straße aus so gut wie nicht als solches zu erkennen. Viel einfacher ist es, man orientiert sich nach dem Ortsausgang von Winkl an der ersten Straße, die nach links abzweigt. Hier geht es auch an das Sägewerk. Dort befindet sich ein Straßenschild „Hohenwiesen“. Hier irgendwo parken. Gegenüber dieser Einmündung geht ein Weg über eine Wiese in Richtung Wald. Nach den ersten Bäumen kommt man an einen Bach, den man überqueren muss. Eventuelle Begleitpersonen benötigen ebenfalls mindestens Watstiefel, sonst gibt’s nasse Füße. Am Wasser angekommen, gibt es gute Fischmöglichkeiten flussaufwärts und –abwärts. Wobei man wieder den Fluss überqueren muss um an den großen Pool zu gelangen.

 

schöner Pool, aber man muss auf die andere Seite waten

 

Parkplatz Langeneck

Von meiner Unterkunft aus kommend, kurz vor dem Örtchen Langeneck ist rechtsseitig der Straße ein kleiner Waldparkplatz. Nach einer Minute ist man am Wasser und an einem schönen, großen Pool. An dieser Stelle mündet die Jachen in die Isar. Hier gibt es allerdings häufiger Badebetrieb. Selbst bei nur 13 Grad Wassertemperatur lassen sich einige nicht von einem Bad abhalten.  Hier konnte ich einen Döbel auf Trockenfliege fangen.

 

Einfahrt zum Parkplatz aus Richtung Leger

großer Pool unterhalb des Einlaufs der Jachen

 

Bretonenbrücke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Direkt unterhalb der Brücke ist ein langer, tiefer Zug, der vor dem Hochwasser sicherlich den einen oder anderen guten Fisch beherbergte. Von der Brücke war in dem Bereich jedoch kein einziger Fisch zu sehen. Etwas weiter auf der linken Seite der Isar sind einige tiefere Stellen. Dort konnte ich auch eine pfündige Bachforelle fangen. An der B 13, unterhalb der Brücke, ist ein Parkplatz.

Blick von der Brücke

Parkplatz unterhalb der Brücke

 

Parkplatz Raftingboote

Einen knappen Kilometer unterhalb der Bretonenbrücke, an der B 13, befindet sich ein Parkplatz von dem aus Raftingtouren mit großen Schlauchbooten starten. Hier war ein schöner, nicht allzu großer aber sehr tiefer Pool auf dessen Grund man mehrere große Fische sehen konnte. Ob man hier allerdings seine Ruhe zum Fischen hat, wage ich zu bezweifeln.

 

 

 

Isarburg

 

Hier habe ich meine ersten Würfe gemacht, da die Örtlichkeit gut zu finden war. Geparkt habe ich, wie in einem anderen Bericht vorgeschlagen, auf dem Parkplatz der Gaststätte „Isarburg“. Mittags haben wir dann dort gegessen und ich habe die Wirtin gefragt, ob man auf ihrem Parkplatz stehen darf, wenn man zum Fischen gehen will. Sie möchte es verständlicher Weise nicht an Wochenenden, was uns Gastangler allerdings nicht tangieren dürfte, da wir ja eh nur von montags bis donnerstags eine Angelgenehmigung erhalten. Wer an diesen Tagen dort parken möchte, sollte vorher um Erlaubnis fragen.

Unterhalb der Isarburg ist der sogenannte Katarakt, ein kleiner Wasserfall, der von den Veranstaltern der  Raftingtouren bis zum „Abwinken“ befahren wird. Wasserfall runter … Schlauchboot hochtragen … Wasserfall runter … Schlauchboot hochtragen … Hier sollte man nur morgens und abends fischen. Der Pool unterhalb des Kataraktes lieferte mir zwei pfündige Regenbogen. Nach Auslauf des Pools folgt ein ca. 100 m langer, wunderschöner Äschenzug, der allerdings nur von der gegenüberliegenden Seite zu befischen ist, was jedoch kein Problem darstellt. Man fährt in Lengries an der Isarbrücke auf die B 13 in Richtung Bad Tölz. Nach etwas über einem Kilometer kann man auf der rechten Seite, in der Nähe eines kleinen Sees oder noch ca. 200 m weiter auf der linken Seite auf einem Parkplatz sein Fahrzeug abstellen. Von der ersten Stelle aus überquert man die Straße und ist nach ca. 100 m an einem Steilhang, direkt an der gewünschten Stelle. Dieser Äschenzug bescherte mir den besten Fisch; ein Äschenmännchen von 45 cm Länge auf eine große Sedge.

 

Katarakt

wunderschöner Äschenzug

hier riecht’s nach Äschen

45er Äschenmännchen

 

Untere Grenze Arzbach

Die Isar kann bis zur Einmündung des Arzbaches (in Arzbach) linkseitig befischt werden. Rechtsseitig dürfen die beiden letzten Kilometer nicht befischt werden (ab Einmündung des Steinbaches). Zu diesem Bereich kann ich keine weitere Aussage treffen, da ich hier nicht gefischt habe.

Einmündung des Arzbaches

 

 

Die Strecke teilt sich in eine reine Fliegenfischerstrecke (Steinbock bis Bretonenbrücke) und eine Kunstköderstrecke (zusätzlich Blinker und Spinner) von der Bretonenbrücke bis Arzbach.

 

Was man dabei haben sollte:

Wathosen; Watschuhe (am besten mit Spikes); an manchen Stellen reichen Watstiefel (man sollte allerdings darauf achten, dass die Sohlen griffig sind, am besten Filz mit Spikes. Eine 5er-Rute dürfte ausreichend sein. Ich habe mit einer 3,20 m langen Switchrute  der Klasse 5 gefischt. Durch die Länge der Rute ließen sich die Nymphen sehr gut führen. Wer unbedingt auf die andere Seite waten möchte, sollte vorsichtshalber einen Watstock mit sich führen.

Fliegen, die mir Fische brachten: Panama [ http://www.gerry-c.de/html/panama.html ]; große Sedge (#10, Körper CDC hellgrau, Unterflügel 3 CDC-Spitzen hellgrau; Deckflügel Rehhaar); schwarze Goldkopfnymphen

 

Kartenausgabe:

Tageslizenzen für die Vereinsstrecke sind leider nur vom 1. Juni bis 30. September erhältlich.

Karten erhält man in 83661 Lenggries bei der Gästeinformation, Rathausplatz 2, ab 08:00 Uhr.

Tel: 08042-5018-0

[ http://www.lenggries.de/de/team ]

 

Zwingend erforderlich ist ein Zimmernachweis in Lenggries sonst erhält man keine Angelgenehmigung. Gastangler dürfen von Montag bis Donnerstag diesen Abschnitt der Isar befischen.

 

 

Sicherlich gibt es noch andere interessante Stellen, die mir bisher jedoch noch nicht bekannt sind. Ich hoffe, dass meine Ortsbeschreibungen nachvollziehbar sind und dem interessierten Fliegenfischer das Auffinden erleichtern.

 

Eines ist sicher, ich war nicht das letzte Mal hier.

 

PS: Den wohl besten und ausführlichsten Bericht über diesen Abschnitt der Isar findet man im “Fliegenfischen” Nr. 5 von 2006 ab Seite 36, verfasst von Andi Pfirstinger [ http://www.alpineangler.de ], den ich an der Isar getroffen habe als er gerade eine 52er Äsche gefangen hatte.