Der Ivösjö in Südschweden

Mai/Juni 2007

Skånes größter See

© by Gerold (Gerry) Clasen (2007)

 

Am 12.05.07 war es mal wieder so weit, dem Ruf Schwedens zu folgen. So machten sich meine Frau Ingrid und ich auf den Weg und erreichten am 13. Mai, mit einem Zwischenstopp bei Hamburg, unser Ziel, das Örtchen Vånga in Südschweden. Am nächsten Tag brachte ich mein Boot zum See und richtete meinen neuen Bootsplatz her. Endlich keine Verankerung mehr über Boje, die sich in jedem Winter regelmäßig durch das Eis verlagert hatte; dann stimmten die Seillängen vom Vorjahr nicht mehr und ich musste immer die schwere Bojenverankerung neu richten. Dieser Platz ist auch wesentlich besser gegen den teilweise heftigen Wind geschützt, kostet leider aber auch einige Kronen mehr.

Mein neuer Liegeplatz

Meine erste Angeltour ging nach Landön um den Hornhechten nachzustellen. In gut zwei Stunden konnte ich 20 Stück in der großen Bucht auf meine altbewährte orangefarbene Fliege haken. Ein paar habe ich selbst behalten und über den Rest freute sich wie jedes Jahr die Nachbarschaft.

Ab dem nächsten Tag widmete ich mich dann ganz dem Ivösjö. Ließ sich der erste Tag mit vier Hechten von 1500 gr. bis 2300 gr. noch ganz gut an, wurden es in den nächsten zwei Wochen immer weniger. Bis zum 31. Mai konnte ich nur noc

1750 gr. bei 53 cm

h 13 weitere Hechte überreden, wobei der schwerste mal gerade 3 kg auf die Waage brachte. Für diesen See und diese Jahreszeit ein schlechtes Ergebnis. Woran es lag, keine Ahnung. Es waren die bekannten Krautstellen im Wasser, die Wassertemperatur mit 15 - 17 Grad war auch nicht schlecht, sogar der Wind spielte halbwegs mit, nur die Hechte waren vermutlich noch im Tiefen; warum auch immer.

An zwei Tagen besuchte ich auch wieder den Helgeån (Gustavsfors) und konnte je eine Regenbogen mit 1475 gr. und 1750 gr. auf die Schuppen legen. Eine Forelle pro Tag ist für dieses Gewässer aber auch nicht gerade berauschend. Irgend etwas hat generell nicht gestimmt, ich bin nur nicht dahinter gestiegen.

Am 1. Juni gab es dann endlich den ersten Kontakt mit einem besseren Hecht. In einem Krautbereich biss ein ca. 4-5 kg schwerer Hecht auf meinen Streamer, stieg aber nach kurzer Zeit wieder aus. Na, immerhin, es tat sich was. Bis zu diesem Tag fischte ich mit der Zweihandrute Boron IIX Spey Klasse 7/8 von Winston.

Irgend eine innere Eingebung veranlasste mich dann am 2. Juni meine Vosseler S1, montiert mit einem schwimmenden Schusskopf, auf meine RST M3 Klasse 9/10 umzumontieren. Ich befand mich an einer bekannt guten Stelle (Vångagrynnet) und machte meinen ersten Wurf mit der neu montierten Rute. Unmittelbar nach dem ersten Einstrippen gab es einen gewaltigen Ruck in der Rute und ich wusste  sofort was auf mich zu kam. Über die Jahre habe ich ein Gefühl entwickelt mit dem ich ziemlich schnell das ungefähre Gewicht des gehakten Fisches abschätzen kann, und dass es dieser in sich hatte, dafür brauchte ich keine Brille. Kräftig setzte sich der Fisch zur Wehr und ich war froh, die stärkere Rute in der Hand zu halten. Der Hecht versuchte zu springen, bekam sein Gewicht aber nicht aus dem Wasser. Mit einem gewaltigen Strudel tauchte er wieder ab. In dem kurzen Moment, in dem ich den Fisch sah, konnte ich erkennen, dass er den Streamer voll genommen hatte. Hinter dem Streamer war noch eine dünne, selbstgemachte Spinnstange von ca. 15-16 cm montiert; ich konnte die Sache also mit Ruhe angehen. Nach ca. einer guten Viertelstunde konnte ich den Fisch ins Boot heben. Nun sah ich aber auch, dass die Spinnstange keinen Zentimeter kürzer hätte sein dürfen. Die Hechtdame hatte einen gewaltigen Schädel und aus dem Maul schaute nur noch die Öse heraus. Glück gehabt. Der Hecht brachte bei einer Länge von 115 cm ein Gewicht von 10,3 kg auf die Waage, mit einer Differenz von 2 kg zum Vorgänger, mein bisher schwerster mit der Fliegenrute gefangener Hecht.

Der Traum eines jeden Hechtanglers - und erst recht mit der Fliegenrute

Der Biss erfolgte gegen 10:20 h. Wasser: 17 °, Luft: 18 °, Wind: Ost-Nord-Ost

Der Magen war ohne Inhalt und auch sonst war der Fisch für die Größe seines Schädels ziemlich schlank. Gut im Futter hätte er sicherlich 3-4 kg mehr auf die Waage gebracht. Zwei Tage später hatte ich erneut Kontakt mit einem Hecht dieser Güteklasse. Biss auf diesen Streamer, der Fisch ging an die Oberfläche, verursacht einen Mordsschwall und verabschiedete sich wieder.

 

Am nächsten Tag fing ich dann zwei Hechte mit ca. 3,3 und 1,4 kg auf Wobbler sowie meinen bisher schwersten Zander auf einen Doppelschwanztwister. Sporadisch habe ich es in den letzten Jahren immer mal wieder auf Zander versucht, hatte aber bisher kein Glück. Als mir mein schwedischer Angelkamerad David erzählte, dass er vor ein paar Tagen Kontakt mit einem ca. 2 kg-Zander hatte, wollte ich es auch wieder einmal probieren. Er zeigte mir die Stelle und es waren noch keine 10 Würfe bis der zwar erhoffte,  jedoch eigentlich nicht erwartete Biss kam. Der Fisch wehrte sich ganz manierlich und war mit seinen 70 cm Länge schon fast zu groß für den kleinen Barschkescher, den ich immer dabei habe. Tja, was soll man sagen, bereits der 2. persönliche Rekord in dieser Woche.

3,3 kg bei 70 cm Länge

Blick auf die Fangstelle

Am 6. Juni ist dann zu guter Letzt auch noch mein bisheriger Barschrekord gepurzelt. Beim Fischen mit meinem heiß geliebten  Zalt-Wobbler auf Hecht biss um 18:00 h ein gieriger Barsch von 48 cm Länge und 1550 gr. Gewicht; daraufhin machte er Bekanntschaft mit der Pfanne meines Freundes Bengt.

1,55 kg bei einer Länge von 48 cm

Blick auf die Insel “Fläskholmen”

Drei Rekorde in einer Woche geknackt, das passiert auch nicht jedes Jahr. So bescheiden wie die ersten drei Wochen angefangen haben so hatte sich die letzte Woche dann doch noch ganz ordentlich ins Zeug gelegt.

 

Petri Dank an den Ivösjö!